Snus und Nikotinbeutel werden immer beliebter, gerade bei Jugendlichen und Sportlern. Viele sehen sie als bessere Alternative zur Zigarette, weil dabei kein Rauch entsteht. Doch auch wenn man nichts inhaliert, bedeutet das nicht, dass die Produkte harmlos sind. Was macht Nikotin eigentlich im Körper? Und wie kommst du davon los?

Klassischer Snus stammt aus Schweden und enthält Tabak. Nikotinbeutel, oft auch «weisser Snus» oder «Nicotine Pouches» genannt, enthalten hingegen keinen Tabak. Sie bestehen aus Pflanzenfasern mit zugesetztem Nikotin, Aromen und Süssstoffen. Nikotinbeutel enthalten häufig sehr hohe Nikotindosen. Diese sind oft viel stärker als die Dosis bei Zigaretten oder Snus. Das Risiko abhängig zu werden, ist daher hoch.
Sowol Snus als auch Nikotinbeutel werden zwischen Zahnfleisch und Lippe geschoben. Dort gelangt das Nikotin direkt über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf. Das sorgt innerhalb weniger Minuten für einen sogenannten «Nikotinflash». Das kurze Hochgefühl entsteht durch die Ausschüttung von Dopamin und Adrenalin. Das sorgt kurzfristig für Gefühle wie Entspannung, Konzentration oder Wachheit. Gleichzeitig erhöht Nikotin aber die Herzfrequenz und den Blutdruck und belastet dadurch das Herz-Kreislauf-System. Die Beutel reizen zudem die Mundschleimhaut und können zu Zahnproblemen führen.
Nikotin gehört zu den am schnellsten abhängig machenden Substanzen überhaupt. Wer regelmässig konsumiert, erlebt beim Aufhören oft starke Entzugserscheinungen wie:
Besonders die erste Woche gilt als die schwierigste Phase. Einige beschreiben den Entzug wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Die körperlichen Symptome werden zwar meist nacheinigen Tagen schwächer, mental kann der Entzug aber noch mehrere Monatespürbar bleiben.
Hilfreich beim Aufhören können Sport, Ablenkung im Alltag, feste Ziele, Unterstützung von Freunden oder das bewusste Vermeiden von Auslösern sein. Diese Dinge können helfen, den Konsum Schritt für Schritt zu reduzieren oder ganz damit aufzuhören. Manche ersetzen den Snus oder den Nikotinbeutel auch durch Kaugummi unter der Lippe, um das Gewohnheitsgefühl zu reduzieren.
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